SiriuS - Ascended Master's Dictations

Der Aufgestiegene Meister Nikolai



Nikolai Alexandrowitsch Romanow
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Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erhielt Russland die einzigartige Chance durch die Thronbesteigung des russischen Zaren Nikolai Alexandrowitsch Romanow im Jahre 1894 einen neuen Entwicklungsweg einzuschlagen.

Nikolai II. war ein wahrhaft einzigartiger Mensch und Herrscher. Er war ein feinsinniger Intellektueller, eine ganzheitliche geistige Persönlichkeit. Er war ein herausragendes Beispiel moralischer Harmonie, der das Beispiel einer einfachen, hohen und unteilbaren Liebe zu Gott und Russland verkörperte. Man konnte ihm alles nehmen, ihn den unterschiedlichsten Prüfungen aussetzen, doch man konnte ihn nicht dazu veranlassen, Gott zu verraten oder seine Liebe zum Vaterland aufzugeben.

Das Erscheinen eines solchen Menschen auf dem russischen Thron war für die Zeitgenossen ziemlich unerwartet, die ihn nicht entsprechend würdigen konnten, ebenso wenig wie sie ihn verstanden.

Die Persönlichkeit des letzten Zaren steht heute wieder im Fokus des öffentlichen Interesses. Die Kenntnis seines irdischen Weges ist notwendig und wichtig für jene, welche die russische Geschichte begreifen wollen, als Geschichte des Schicksals des eigenen Volkes. Es gibt viele, die begreifen wollen, „wie es war“, und ohne diese Erkenntnis ist ein Einblick in das „Warum ist es heute so“ kaum möglich.

„Der Kampf für den Zaren“, die Wiederherstellung der Wahrheit über ihn, das ist der Kampf für Russland, für die russische Kultur, da die Kultur (und die russische im Besonderen) in ihren höchsten Aufschwüngen eine Widerspiegelung der Verbindung zwischen Mensch und Gott ist. Und ein lichtes Beispiel der Tiefe, der Ergebenheit, und der Bedeutsamkeit einer solchen Verbindung hat immer Nikolai II. gegeben.

 

Kindheit und Jugend

 


Der Imperator Alexander III. und die Imperatorin Marija Fjodorowna mit den Kindern, Der Thronfolger Nikolai steht hinter dem Vater

Nikolai Alexandrowitsch Romanow wurde am 6. Mai 1868 geboren, an dem Tag, wo die Orthodoxe Kirche das Gedenken an den Heiligen Hiob[2], Märtyrer begeht. Diesem Zusammenfall maß er selbst immer große Bedeutung bei, und er war das gesamte Leben „tief davon überzeug“, dass er „zu schrecklichen Prüfungen vorgesehen sei“.

Nikolai war der älteste Sohn von fünf Kindern aus der Familie des Imperators Alexanders III. und der Imperatorin Maria Fjodorowna, der Thronfolger Russlands.

Die Erziehung und Bildung des Thronfolgers Nikolai verlief unter der persönlichen Leitung seines Vaters, auf traditioneller religiöser Grundlage und unter spartanischen Bedingungen. Der Vater lehrte den Sohn auf einfachen Soldatenbetten zu schlafen, die sehr harte Kissen hatten, sich des Morgens mit kaltem Wasser zu übergießen, und zum Frühstück nur einfache Kascha zu sich zu nehmen.

Der Unterricht wurde nach einen sorgsam erarbeiteten Programm im Laufe von dreizehn Jahren durchgeführt. Die ersten acht Jahre waren den Fächern des Gymnasialkurses gewidmet, mit einem Wechsel zwischen klassischen Sprachen und den elementaren Kenntnissen der Mineralogie, Botanik, Zoologie, Anatomie und Physiologie. Besondere Beachtung erhielt die Aneignung der politischen Geschichte, der russischen Literatur, der französischen, englischen und deutschen Sprachen, die Nikolai II. perfekt beherrschte.

Die darauf folgenden fünf Jahre waren dem Studium des Kriegshandwerks gewidmet, darüber hinaus dem Studium von Jura und Ökonomie, was für einen Staatsmann ganz unerlässlich war. Unterrichtet wurden diese Fächer durch herausragende russische Gelehrte mit Weltrang.

Alle Dozenten bemerkten die Durchhaltefähigkeit und die Genauigkeit des hochgeborenen Schülers. Er verfügte über ein geniales Gedächtnis und über scharfe Beobachtungsgabe. Wenn er einmal etwas gelesen oder gehört hatte, dann prägte sich ihm das schon für immer ein. Dies betraf auch die Menschen, deren Namen und Aufgaben.

Nachdem er die theoretische Vorbereitung durchlaufen hatte, sandte der Vater ihn zur militärischen Ausbildung, damit sich der zukünftige Zar mit militärischen Dingen in der Praxis auseinandersetzen konnte und mit dem Ablauf des Militärdienstes. Zuerst diente Nikolai zwei Jahre in den Reihen des Preobraschenski Regiments, danach durchlief er das Sommertraining in den Reihen des Kavallerie Husarenregiments und in der Artillerie.

Nikolai war der geborene Offizier. Er achtete die Traditionen der Offiziersgemeinschaft und hielt die militärischen Statuten für heilig und genau das forderte er auch von den anderen. All seine Pflichten nahm der Thronfolger sehr ernst und führte sie gewissenhaft aus, was ihm unter den Offizieren, aber auch bei den einfachen Soldaten zu großer Popularität verhalf.

Keinen seiner Titel achtete Nikolai so hoch, wie den des Obersten, den ihm der eigene Vater zum Ende seiner Militärausbildung verlieh. Und er hielt an dieser Bezeichnung auch dann noch fest, als er schon Hauptkommandeur der Armee war.

Alexander III. machte den Sohn schon von Jungend an mit den Regierungsangelegenheiten vertraut, und er lud ihn ein, an sich an den Angelegenheiten des Staatsrates und der Komitees der Minister zu beteiligen.

Das Programm der Ausbildung des zukünftigen Zaren implizierte auch zahlreiche Reisen in verschiedene Gebiete Russlands, die Nikolai gemeinsam mit seinem Vater unternahm.

Im Oktober 1890 unternahm der damals 22 jährige Thronfolger die erste lange selbständige Reise. Er begab sich per Schiff und zu Lande nach Wladiwostok, fuhr dann weiter nach Österreich, Griechenland, Ägypten, Indien, Siam7, China, Japan. Diese Reise, die neun Monate lang dauerte, beendete die dreizehnjährige Ausbildung des zukünftigen russischen Zaren. Sie gab dem Thronfolger die Möglichkeit, persönliche diplomatische Beziehungen zu den regierenden Dynastien, sowohl im Westen, als auch im Osten zu knüpfen, und ebenfalls die Kontakte zwischen Russland und den anderen Staaten zu festigen.

Nachdem der Thronfolger nach einer Reise quer durch ganz Sibirien nach Moskau zurückgekehrt war, wurde er zum Vorsitzenden des Komitees der Sibirischen Eisenbahnstrecke ernannt, zu dessen Aufgaben auch die allgemeine Entwicklung in Sibirien gehörte, inklusive der Gebiete im fernen Osten. Es ist ganz natürlich, dass diese Fragen seine Besondere Aufmerksamkeit erregten, da er sie ja nicht nur von Hörensagen kannte. Der zukünftige Zar hatte schon genau begriffen, wie wichtig die Entwicklung dieses Gebietes war.

Gegen Ende des Jahres 1892 wurde der Thronfolger Vorsitzender eines besonderen Komitees, das der Bevölkerung jener Gouvernements Hilfe leisten sollte, die unter der Missernte litten. Dieses Komitee sammelte über 13 Millionen Rubel an Spendengeldern, wobei Nikolai Alexandrowitsch persönlich den Hungernden fünf Millionen Goldrubel aus seinem eigenen Erbteil zukommen ließ.

 

Die Thronbesteigung

 

Die Thronnachfolge trat Nikolai II. früher an, als man erwartet hatte, da sein Vater plötzlich verstarb.

Als er den Thron bestieg, kannte man ihn in Russland noch wenig. Natürlich wussten alle, dass er 26 Jahre alt ist, und dass er von Wuchs und Statur eher nach seiner Mutter, der Zarin Maria Fjodorowna kommt. Man wusste auch, dass er den Rang eines Obersts der russischen Armee hatte, dass er eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Reise durch Asien unternommen hatte und in Japan einem Angriff eines asiatischen Fanatikers ausgesetzt war. Man wusste auch, dass er mit der Prinzessin Alisa von Hessen verlobt ist, der Enkelin der Königin Viktoria, und dass seine Braut direkt vor dem Ableben vom Zaren Alexander III. nach Liwadija gereist war. Doch die Gestalt des jungen Monarchen insgesamt war der Gesellschaft noch fremd.

Die Kommunikation mit dem jungen Zaren war für viele eine unerwartete Offenbarung. Nikolai II. fand recht schnell zu sich selbst nach allererster Fassungslosigkeit und begann damit, eine selbständige Politik durchzuführen. Damit rief er allerdings bei einem Teil seiner Umgebung Unwillen hervor, da diese geglaubt hatten, auf den jungen Herrscher Einfluss nehmen zu können.

Die Grundlage der Staatspolitik von Nikolai II. war die Fortsetzung des Strebens seines Vaters „Russland mehr innere Einheit zu verleihen durch die Stärkung der russischen Elemente des Landes.“

Die Herrschaft Nikolai II. war eine Fortsetzung dessen, was schon im Jahre 1765 der Feldmarschall Minich verkündet hatte: „Der Russische Staat hat vor allen anderen den Vorteil, dass er von Gott selbst gelenkt wird. Anders ist nicht zu erklären, wie er existiert.“

 

Die Krönung. Die Tragödie von Chodynka

 

Gemäß den Gesetzen des Russischen Imperiums wurde der Zar sofort nach dem Ableben seines Vorgängers als Herrscher eingesetzt. Dies war die irdische Richtlinie. Doch es gab noch ein sakrales Gesetz. Dieses erlangte seine Wirksamkeit nach der Salbung, als der Herrscher zum Allerhöchsten vor dem Altar betete, wobei der Gott darum bat, ihm Weisheit bei der Regierung des Reiches zu schicken. Den höchsten Segen erhielt der Zar eben dann. Daher war die Krönung ein Ereignis von großer nationaler Bedeutung, welches man ein bis zwei Jahre nach der Thronbesteigung durchführte, und man bereitete sich sehr lange darauf vor.

Die Krönung des Zaren Nikolai II. fand am 14. Mai 1896 in der Uspenski Kathedrale des Moskauer Kremls statt.

Von dieser Minute an, die für den Zaren außerordentlich und besonders feierlich war, fühlte er sich als wirklich von Gott Gesalbter, der Krönungsakt war für ihn von sehr tiefem Sinn. Der Zar notierte in seinem Tagebuch: „All dies fand in der Uspenski Kathedrale statt, obwohl es wie ein Traum erscheint, wird es das ganze Leben unvergessen bleiben.“ Seit Kindheit „verlobt“ in Russland, hat er sich an diesem Tag mit ihm „trauen“ gelassen.

Am vierten Tag nach der Krönung sollten traditionell Feierlichkeiten für das Volk stattfinden. Auf dem Chodynka Feld an der Moskauer Stadtmauer wurden riesige Tische aufgestellt. Die Stadtbewohner und die Bauern wurden zu einem großen Fest eingeladen, als Gäste des Zaren, was gewöhnlich damit einherging, dass man den ganzen Tag auf der Wiese sang und tanzte. Der Zar und seine Familie sollten zur Mittagsstunde eintreffen, um an der Feier teilzunehmen. Sehr früh am Morgen, noch vor dem Sonnenaufgang hatten sich auf dem Chodynka Feld schon über eine halbe Million Menschen versammelt. Irgendwer verbreitete das Gerücht, dass es Geschenke geben werde, die aber nicht für alle reichen würden. Die Menschen drängten also alle nach vorn, wobei sie einander wegschoben. Es ereignete sich eine Massenpanik, Tausende wurden verletzt und viele sogar zu Tode getrampelt. Die Polizei konnte gegen diese Menschenmassen nichts ausrichten.

Nikolai Alexandrowitsch und seine Frau Alexandra Fjodorowna litten sehr unter dem Geschehen. Ihr erster Impuls war, den Ball der zu Ehren der Krönung bei französischen Gesandten gegeben werden sollte, abzusagen, und auch alle anderen Feierlichkeiten. Doch der Zar ist Geisel des Etiketts und des Protokolls. Man sagte dem Imperator, dass eine Absage des Festes vom diplomatischen Standpunkt her als Beleidigung betrachtet werden könnte, und dass dieser Ball anlässlich der Krönung wichtig sei, um die Staatsbeziehungen zu festigen. Nikolai Alexandrowitsch stimmte unwillig zu, aber er selbst und Alexandra Fjodorowna, und die gesamte Zarenfamilie verbrachten den ganzen Tag in den Moskauer Krankenhäusern, wo sie die Verletzten besuchten, die viele waren davon so gerührt, dass sie den Zaren mit Tränen in den Augen darum baten, ihnen den „Unvernünftigen“ zu vergeben, dass sie „ein solches Fest“ zerstört hatten.

Nikolai Alexandrowitsch gab den einfachen Menschen keine Schuld. Er ordnete an, jeder Familie eines Umgekommenen 1000 Rubel zu übergeben (für die damalige Zeit eine sehr große Summe), und jeder Familie der Umgekommenen und Verletzten wurde eine persönliche Rente gegeben, und die verwaisten Kinder wurden in Heimen untergebracht, und die Ausgaben für die Beerdigung nahm der Zar auch auf sich.

Die Ereignisse wurden sorgfältig untersucht und die Schuldigen daran bestraft.

 

Die Persönlichkeit des Zaren

 

Vielfältige Zeugnisse von Zeitgenossen Nikolais II., Tagebuchaufzeichnungen und der ausgedehnte Briefwechsel weisen ihn als einen Menschen aus, der über große Geistesstärke verfügte, über bemerkenswerte seelischen Eigenschaften und über bestimmte Charakterzüge, die für einen Herrscher unabdingbar sind.

Nikolai II. verfügte über außerordentliche Selbstbeherrschung, und war im Inneren extrem hartnäckig und unschwankend. Über die Stufe seiner Selbstbeherrschung kann man schon anhand dessen urteilen, dass man ihn niemals aufgebracht oder zornig sah, auch nie aufgeregt freudig, oder sonst in einem Zustand hoher Erregung.

Der Außenminister S. D. Sasonow äußerte sogar einmal seine Verwunderung darüber, wie ruhig der Herrscher auf einen wenig anziehenden Menschen in moralischer Hinsicht reagierte, und dass er keinerlei persönlichen Groll gegen diesen hegte. Darauf antwortete der Imperator ihm: „Diese Saite persönlicher Aufregung habe ich schon sehr lange in mir völlig zum verstummen gebracht. Aufregung führt zu nichts, und darüber hinaus würde ein von mir gesagtes hartes Wort viel beleidigender wirken, als von jedem anderen.“

Der deutsche Diplomat Graf Rex hielt den Zaren für einen geistig begabten Menschen, der sehr edle Gedanken hat und sehr umsichtig und taktisch klug handelt. „Seine Manieren“, schrieb der Diplomat, „sind so zurückhaltend, und zeugen so wenig von äußerlicher Entschlossenheit, dass man leichtfertig zu dem Schluss kommen könne, dass er ihm an starkem Willen fehle; doch die Menschen aus seiner Umgebung bezeugen, dass er einen sehr bestimmten Willen hat, den er in ganz ruhiger Art und Weise im Leben durchsetzt“.

Der ehemalige Präsident der Französischen Republik, Emile Lube schrieb folgendes in seinen Memoiren über Nikolai II.: „Man sagt über den russischen Zaren, dass er jeglichen Einflüssen gegenüber zugänglich sei. Das ist zutiefst falsch. Der russische Imperator setzt seine eigenen Ideen um. Er verteidigt diese mit Hartnäckigkeit und starker Kraft. Er hat reife, wohl durchdachte und sorgsam ausgearbeitete Pläne. Und er wirkt ununterbrochen an deren Verwirklichung.“

Einen starken und nicht zu brechenden Willen hinsichtlich der Umsetzung seiner Pläne bemerkte die Mehrzahl der mit dem Zaren bekannten Menschen. Bevor der Plan nicht verwirklicht war, kehrte der Zar immer wieder zu diesem zurück, um sein Ziel zu erreichen. Der Historiker S.S. Oldenburg schrieb aus diesem Anlass, dass „der Herrscher über seiner eisernen Hand den Samthandschuh trug. Sein Wille ähnelte nicht dem Donnergrollen. Er äußerte sich nicht in Ausbrüchen und wilden Auseinandersetzungen; sondern erinnerte eher an das unaufhaltsame Fließen eines Stromes von den Bergeshöhen hinab zur Ozeanfläche. Er umfließt die Barrieren, kann auch mal ausweichen, aber letztendlich bewegt er sich unaufhaltsam seinem Ziel entgegen.“

Zu den Eigenschaften des Zaren, die für seinen Dienst am Staate unerlässlich waren, gehörte seine große Arbeitsamkeit. Wenn es notwendig war, konnte er vom frühen Morgen bis spät in die Nacht hinein arbeiten, und unzählige Dokumente und Materialien studieren, die ihn erreichten. In dieser nicht immer einfachen Tätigkeit sah er einen Teil seiner Pflicht und er hörte auch nicht damit auf. „Ich gestatte mir nicht schlafen zu gehen, bevor ich nicht alles auf meinem Schreibtisch erledigt habe.“

Da er über einen sehr lebendigen Geist und eine weites Blickfeld verfügte, konnte der Zar recht schnell das Wesen der betrachteten Fragen erfassen. Sein außerordentliches Gedächtnis verhalf ihm nicht nur dazu, sich Ereignisse und Grundideen der Dokumente einzuprägen, sondern auch sich an die Gesichter der meisten Menschen zu erinnern, denen er begegnete, und es handelte sich dabei um Tausende.

Der Zar gab selbst ein wunderbares Beispiel der Warmherzigkeit und der Wahrnehmungsfähigkeit gegenüber den Nöten anderer, und in diesem Geiste erzog er auch seine Kinder. „Je höher, die Stellung eines Menschen in der Gesellschaft ist“, sagte er, „um so mehr muss er den anderen helfen, wobei er dabei den eigenen Rang möglichst nicht erwähnen sollte.“

Viele Historiker und Staatsmänner haben den ungewöhnlichen persönlichen Charme von Nikolai II. bemerkt. Er mochte keine Feierlichkeiten, keine lautstarken Ansprachen, die Etikette empfand er als belastend. Ihm war alles Gekünstelte, Protzige und jede lautstarke Reklame zuwider. Im engen Kreise, im Gespräch unter vier Augen konnte er die Gesprächspartner begeistern, egal ob es sich dabei um hohe Beamte oder um einfache Arbeiter handelte, deren Werkstätten er besuchte. Seine großen, grauen, leuchtenden Augen ergänzten seine Rede und schauten direkt in die Seele. Und diese von Natur gegebenen Eigenschaften wurden durch seine gute Erziehung noch veredelt.

Der Herrscher war durchdrungen von dem Gefühl einer tiefen Verantwortung und dem Gefühl der Pflicht gegenüber Russland und dem Volke. Schon in den ersten Jahren seiner Herrschaft musste Nikolai II. feststellen, dass diese Eigenschaften bei vielen in seiner Umgebung fehlten, die doch wichtige Posten innehatten, und den Eid abgelegt hatten, „bis zum letzten Blutstropfen“….“Seiner Hoheit, dem Zaren, zu dienen“. Sobald Probleme oder Schwierigkeiten auftraten, zogen sie sich zurück.

Zar und Zarin nahmen das Leben mit Demut hin und zeigten im Gebet ein für jene Zeit seltenes Beharrungsvermögen. Sie nahmen regen Anteil an der Entwicklung der russischen Heiligkeit.

Nikolai II. spielte eine große Rolle im Kirchenleben Russlands, eine weitaus größere als seine Vorgänger auf dem Zarenthron. Der tiefe Glauben des Zaren, seine ständigen Pilgerschaften zu den Orthodoxen Heiligtümern verbanden ihn mit der russischen Bevölkerung. Während der Herrschaft Nikolai II. gab es mehr Heiligsprechungen als im gesamten 19. Jahrhundert. Das bekannteste Ereignis war die Kanonisierung des Ehrwürdigen Serafim von Sarow. Es wurde Tausende neuer Kirchen errichtet. Die Zahl der Klöster wuchs von 774 zu Beginn seiner Herrschaft auf 1005 im Jahre 1912 an.

„Der Glaube an Gott und die Pflicht des Zaren zu dienen“, schrieb der oben erwähnte S. S. Oldenburg, „waren die Grundlage für die Anschauungen des Imperators Nikolai II. Er war der Ansicht, dass die Verantwortung für das Schicksal Russlands auf ihm ruhe und dass er vor dem Thron des Höchsten dafür verantwortlich ist.

Über sich selbst äußerte der Zar sich einmal wie folgt: „Wenn Sie mich so ruhig sehen, dann ist es weil ich einen unwankbaren Glauben daran habe, dass das Schicksal Russlands und mein eigenes und das meiner Familie – in den Händen des Herrn liegt. Was auch immer geschehen mag, seinem Willen beuge ich mich.“

 

Zum Wohl des Volkes

 

Die Persönlichkeit eines jeden Staatmannes offenbart sich anhand seiner Absichten und Handlungen.

Während der Herrschaftszeit Nikolai II. verwandelte sich Russland in einen agrar¬industriellen Staat. In der Ökonomie, dem sozialen und kulturellen Leben – in allen Bereichen – fanden dynamische Veränderungen statt. Wir werden uns hier vor allem zwei Richtungen der Tätigkeit des Herrschers widmen.

Die Idee des allgemeinen Friedens.
Nikolai II. gehörte die Idee einer allgemeinen und vollständigen Abrüstung. Schon allein diese historische Initiative gibt ihm das Recht auf Unsterblichkeit.

Im Jahre 1898 wurde auf Befehl des Zaren eine Mitteilung an alle Länder der Welt vorbereitet. Darin stand, unter anderem, folgendes: „ Der ununterbrochenen Rüstung Einhalt zu gebieten, und die Mittel zu finden, um das der gesamten Welt drohende Unheil abzuwenden, das ist für alle Staaten die höchste Pflicht.“

Russland brachte den Vorschlag aus, eine allgemeine Friedenskonferenz einzuberufen. Um diese Konferenz zu organisieren, wurde eine gewaltige Arbeit geleistet. Jedoch war das politische Denken der Mehrheit der Staatsmänner der Länder, die an der Konferenz teilnahmen, mit der Doktrin der Unausweichlichkeit von Kriegen und militärischem Widerstand verbunden. Die hauptsächlichen Vorschläge Nikolais II. wurden nicht akzeptiert, aber in einzelnen Fragen wurde ein gewisser Fortschritt erzielt – es kam zum Verbot der Anwendung besonders barbarischer Kriegsmethoden und ein ständiges Gericht geschaffen, um zu einer friedlichen Konfliktlösung zu gelangen, durch Vermittlung und Schlichtungsversuche. Die letztgenannte Organisation wurde zum Vorbild der Liga der Nationen und der Organisation der Vereinten Nationen.

Kampf gegen den Alkoholismus.
Von Jungend an war der Herrscher von der Überzeugung durchdrungen, dass der Alkoholismus ein Laster ist, das die russischen Menschen einander entfremdet, und dass es die Pflicht der Zarenmacht ist, mit diesem Laster zu kämpfen. Ende des 19. Jahrhunderts begann der Zar Reformen durchzuführen, die auf die Ausrottung des Alkoholismus gerichtet waren.

Mit diesem Ziel begann man bestimmte „Fürsorge für die Nüchternheit des Volkes“ zu schaffen. Das Ziel dieser Gesellschaften war der Kampf gegen den Alkoholismus, und auch die Verbreitung der christlichen Ethik und Frömmigkeit unter den militärischen Angehörigen jedes Ranges.

Zu den hier Tätigen wurden Vertreter der Geistlichkeit gebeten, der administrativen und Gerichtsmacht, der gesellschaftlichen Einrichtungen und auch Privatpersonen. Den Fürsorgestellen wurde aus der Staatskasse Geld zur Verfügung gestellt, damit sie ihre Aufgaben ausführen können.

Eine besondere Aufmerksamkeit richtet der Herrscher darauf, dass in der Armee nicht getrunken wurde.

Gegen Ende von 1908 verbot man das Trinken von Wodka in der Armee. Auf Befehl der Militärbehörde ersetzte man den Wodka durch leichten Wein.

Im Jahre 1914, nicht lange vor Beginn des Ersten Weltkrieges, wurde ein neuer Befehl heraus gegeben, der wie folgt lautete „Maßnahmen gegen den Gebrauch von Alkohol in der Armee“. In den Militärkräften des Landes wurde ein strenges Antialkohol-Gesetz implementiert.

In keinem anderen Land wurde weder vor noch nach 1914 eine solche radikale Maßnahme im Kampf gegen den Alkoholismus angewandt, eine grandiose, beispiellose Erfahrung.

Im Januar 1915 bestätigte die Staatsduma ohne Widerspruch zu ernten, einen Haushalt, in welchem die Einkünfte aus dem Alkoholverkauf fehlten.

 

Die Bürde des Monarchen

 

Von Beginn des Jahres 1904 an, gab es für Nikolai II. selten einen Tag, an dem er sich freuen konnte.

Im Februar begann der Krieg zwischen Russland und Japan um die Kontrolle über die Mandschurei und Korea. Die russische Armee musste schwere Verluste hinnehmen.

Zuerst vereinte der Krieg alle Parteien, das gesamte Volk. Doch als es von der Front Mitteilungen über Misserfolge gab, begann sich die Situation zu verändern. Alle begannen, fast einheitlich ihre Unzufriedenheit auszudrücken und Veränderungen einzufordern.

Der Zar dachte mehrfach über die Einführung einer Verfassung nach und kam zu folgendem Schluss: „Bei dem niederen kulturellen Stand des Volkes, angesichts unserer Randgebiete, der jüdischen Frage usw. kann die Selbstherrschaft alleine Russland retten. Wobei der Bauer die Verfassung nicht begreifen wird, er begreift nur, dass man dem Zaren die Hände gebunden hat.“

Am 9. Januar 1905 ereignete sich in Peterburg ein Ereignis, welches als „Blutsonntag“ in die Geschichte einging. Obwohl dem Zar darüber nicht rechtzeitig berichtet wurde, wollte er nicht die Verantwortung auf die anderen abwälzen. Er hat die Minister beauftragt, eine Arbeiterdelegation verschiedener Betriebe zu versammeln und sie am 19. Januar in Zarskoe Selo empfangen, wo seine Einstellung gegenüber dem Geschehen geäußert wurde: „Ihr habt euch von den Feinden der Heimat betrügen und in die falsche Richtung lenken lassen, - sagte der Herrscher. - Streiks und Aufruhr erwecken in der Masse solche Unruheherde, die immer die Machthabenden dazu veranlassen werden, zur militärischen Kraft zu greifen und dadurch wird es eben auch unschuldige Opfer geben. Ich weiß, dass das Leben eines Arbeiters nicht einfach ist. Vieles muss man verbessern und in Ordnung bringen… Wenn man mir jedoch in einer aufrührerischen Masse über seine Nöte berichtet, so ist das – verbrecherisch“. Er veranlasste aus seinen eigenen Mitteln 50 000 Rubel als Hilfe für die Familien der Getöteten und Verwundeten bereit zu stellen.


Manifestation am 17. Oktober 1905
von Ilya Efimovich Repin

Im Sommer desselben Jahres kam es zu einem weiteren Ereignis, das den Imperator erschütterte. Die Mannschaft des Panzerkreuzers „Fürst Potjomkin-Tawritscheski“ erhob sich. Die Matrosen gingen auf die Offiziere los und hielten das Schiff in ihrer Gewalt, was zu drohenden Unruhen in der Stadt führte.

Verschiedene Politiker begannen sich schon offen für die Verfassung auszusprechen, und bald übergab eine Delegation liberaler Kreise dem Zaren ihre Forderungen. Zu dieser Zeit war der Monarch schon dazu bereit, ein Regierungsorgan auf der Grundlage von Wahlen zu bilden. Er wandte sich mit folgenden Worten an die Delegation: „Ich war und bin betrübt, dass der Krieg Russland so viel Unglück gebracht hat und welches noch vorauszusehen ist, und traue um all unsere inneren Unruhen. Vergesst eure Zweifel: mein Wille – der Wille des Zaren – ist es, Volkswahlen durchzuführen, und dieser ist unverrückbar. Möge sich, wie in der Vergangenheit eine Einheit zwischen dem Zaren und ganz Russland herausbilden, ein Austausch zwischen mir und den Vertretern der Stände, die die Grundlage bildet für selbständige russische Aspekte. Ich hoffe, dass ihr mir in dieser Arbeit beistehen werdet.“ Das Manifest vom 17. Oktober 1905 war ein Ausdruck dieses Beschlusses des Zaren.

Im März 1906 gab es Wahlen in die Erste Staatsduma. In der neuen Redaktion der „Grundlegenden Gesetze des Russischen Imperiums“ gab es schon keine These mehr, die davon sprach, dass die Machtbefugnisse des Selbstherrschers uneingeschränkt seien. Nun gab es schon kein von der Regierung ausgearbeitetes Gesetzesprojekt mehr, welches zum Gesetz werden könnte, ohne Zustimmung der Duma und des Staatrates. „Ich begreife sehr gut, dass ich mir keinen Helfer, sondern einen Feind schaffe“, sagte der Zar dem Vorsitzenden des Ministerrates S. Ju. Witte, „aber ich beruhige mich mit dem Gedanken, dass ich eine staatstragende Kraft erziehen kann, die mir nützlich erscheint, um Russland in der Zukunft den Weg zur ruhigen Entwicklung zu garantieren, ohne dabei jene Grundlagen zu stören, auf denen es bis dahin basierte.“ Doch diese Hoffnungen erfüllten sich nicht.

 

Die Abdankung

 

Als Ungarn im Jahre 1914 Serbien den Krieg erklärte, setzte sich Russland für das kleine slawische Volk ein. So begann der Erste Weltkrieg.

Der Beginn des Krieges brachte den Russen Erfolge an der Front, und das ganze Land wurde von einem frohlockenden patriotischen Aufschwung erfasst.

Doch bald wurde der Vormarsch unserer Truppen aufgehalten, und die Verluste begannen sich zu vermehren. In den gesellschaftlichen Oberschichten – wie im Haupotquartier, in der Hauptstadt, begann es wieder überall zu gären. Die Revolutionäre nutzen die Misserfolge an der Front, und entfalteten an der Front und im Hinterland ihre Propaganda. Die Deutschen drangen rasch ins Zentrum Russlands vor; unter diesen Bedingungen, um den Geist der Truppen zu heben, übernahm der Herrscher den Oberbefehl und begab sich in das Hauptquartier in Mogiljow. Der Zarewitsch Alexej begleitete ihn an die Front. Man musste unglaubliche Kraft aufwenden, um die Armee zu festigen und die Lage an der Front zu verbessern. Und bereits im Jahr 1916 antwortete die „untergehende“ russische Armee mit einem Großangriff.

Die russischen Erfolge bemerkte der Kriegsminister Englands Winston Churchill. Er schrieb: „Es gibt wenig Episoden des Großen Krieges, die beeindruckender gewesen wären, als die Auferstehung, Umrüstung und die erneuerten gigantischen Anstrengungen Russlands im Jahre 1916. Russland, welches 18 Monate lange fast völlig wehrlos gewesen war, welches im Jahre 1915 eine ununterbrochene Reihe schlimmer Niederlagen erfuhr, konnte zum Sommer 1916 hin tatsächlich durch eigene Bemühungen und Anstrengungen und durch die Nutzung der Mittel der Mitstreiter im Feld bestehen. Man war dazu in der Lage 60 Armee-Korps, statt 35, wie es zu Kriegsbeginn waren, zu organisieren, zu bewaffnen, und zu versorgen.“ Der General N. A. Lochwitzki sagte aus diesem Anlass: „Neun Jahre benötigte Peter der Große, damit sich aus den Besiegten an der Narwa, die Sieger von Poltawa herausbilden konnten. Der letzte Oberkommandierende der Zarenarmee, der Imperator Nikolai II. verrichtete diese Arbeit im Laufe von anderthalb Jahren. Doch diese Arbeit wurde auch von seinen Feinden eingeschätzt und als Resultat - zwischen dem Zaren und seiner Armee und dem Sieg „wurde die Revolution“.


Der Imperator und seine Begleitende im Kampfgebiet. 1915

„Die schwerste und die am meisten vergessene Heldentat, die der Imperator Nikolai II. ausführte“, stellte S. S. Oldenburg fest, „war, dass er ungeachtet der schwierigen Bedingungen in der Lage war, Russland an die Schwelle des Sieges zu führen: seine Feinde ließen es aber nicht zu, dass er diese Schwelle überschreiten konnte.“

Die Ereignisse, die unmittelbar mit dem Thronverzicht von Nikolai II. verbunden waren, begannen vom 14. Februar 1917 an, als die mit dem Mangel der Kriegszeit unzufriedenen Massen auf die Straßen von Petrograd gingen mit der Losungen wie „Nieder mit dem Krieg!“ und „Es lebe die Republik!“. Das Volk forderte Brot, welches man nicht in die Stadt gebracht hatte, und auch bewusst in den Läden zurück gehalten hatte. Es kam zu Überfallen auf die Geschäfte, Pogrome in den Brotausgabestellen und man begann Stadtbewohner zu schlagen und zu erschlagen. Die Polizei war kräftemäßig nicht dazu in der Lage, das Chaos zu beenden. Es kam zu einem Volksaufstand.

Den Imperator Nikolai Alexandrowitsch konnte man bisher keine Unentschlossenheit vorwerfen, doch zu jeder Zeit war die Härte seiner Befehle, die der Niederschlagung der Volksaufstände dienen sollte, schon beinahe diktatorisch. Er gab den Befehl, von der Front abgezogene Truppen nach Petrograd zu schicken und unterschreibt einen Befehl über die Einstellung der Tätigkeit der Staatsduma und des Staatsrates. Gemäß der Absicht von Nikolai II. konzentrierte sich die Macht in den Händen seiner Regierung und sollte sich auf den Teil der Armee stützen, die dem Zaren treu ergeben war.

Doch die Ereignisse entwickelten sich anders, als sich der Zar dies vorgestellt hatte. Seine Befehle wurden nicht ausgeführt. Die Generäle konnten die Truppen nicht bis Peterburg führen, die Soldaten, welche der Propaganda der Aufständischen erlegen waren, widersetzten sich den Offizieren. Die Duma widersetzte sich dem Befehl des Zaren und organisierte eine Übergangregierung. Die Verschwörung wurde von den Generälen aus dem Hauptquartier und den Oberkommandierenden der Front unterstützt, die sich an den Oberkommandierenden „mit hartnäckigen Ratschlägen wandten, sich zum Wohle des Volkes und um den Sieg über den Feind davon zu tragen auf den Thron zu verzichten.“ Den Zug des Imperators sandte man gewaltsam statt nach Mogiljow auf die Pskower Station mit dem symbolischen Namen Dno (dt. Boden). Faktisch von 28. Februar an, wurde der Herrscher durch die Verschwörer blockiert und in seinem Zug festgehalten.

Am 1. März 1917 war der Zar im Grunde genommen alleine, er war praktisch in seinem Zug gefangen, war verraten worden und von seinen Untergebenen verlassen, getrennt von seiner Familie, die auf ihn in Zarskoe Selo wartete und für ihn betete. „Um mich her gibt es nur Verrat, Feigheit und Betrug“, schrieb Nikolai Alexandrowitsch in seinem Tagebuch.

Es gab keine Personen in seinem näheren Umfeld, welche dem Schwur treu geblieben wären. Alle wurden zu Verrätern, angefangen von den Soldaten der Nachschubtruppen aus Petertrograd bis hin zu den Oberbefehlshabern der Front, inklusive selbst der nächsten Verwanden, den Großfürsten. Niemand wollte die Bürde der Macht mit ihm teilen, um Russland vor dem sich öffnenden Abgrund zu beschützen.

Alle versuchten, den Zaren zu überzeugen, dass sein Thronverzicht Russland retten würde. Und angesichts des Verrats opferte sich der Herrscher, indem er auf diese Stimmen hörte. Nachdem er eine Nacht lang vor einer Ikone gebetet hatte, verzichtete der auf den Thron. Dies begab sich am 2. März. „Es gibt kein Opfer, welches ich nicht darbringen würde, für das wahre Wohl des Volkes und für die Rettung Russlands. Daher bin ich dazu bereit, auf den Thron zu verzichten.“

Unter diesen Bedingungen kam das Dokument zustand, welches man gefälscht „Das Manifest des Thronverzichts von Nikolai II.“9 nannte. Dieses Manifest wurde in den Märzzeitungen des Jahres 1917 veröffentlicht, und zwar unter dieser falschen Bezeichnung. In Wahrheit handelte es sich dabei um ein Telegramm des Herrschers an das Hauptquartier, an den Stabskommandierenden, Alexejew, und es wurde eben von Imperator nur mit Bleistift unterzeichnet.

Das Telegramm des Herrschers an das Hauptquartier war sein letzter Aufruf an die Armee. Nur einige der Kommandeure nahmen dieses als Aufruf wahr, dem Herrscher zu helfen und waren beriet zu ihm zu eilen und ihn zu befreien.

Der Imperator Nikolai II. bewahrte für immer das Wichtigste – den Glauben an die Vorsehung Gottes und die Ergebenheit dem Vaterland gegenüber. „Ich habe die feste und völlige Überzeugung“, sagte er, „dass das Schicksal Russlands, genau wie mein eigenes Schicksal, und das meiner Familie in den Händen Gottes liegt, der mich auf meinen Platz gestellt hat. Was auch immer geschehen mag, ich neige mich vor Seinem Willen, und stelle fest, dass ich niemals einen anderen Gedanken gehegt habe, als meinen Land zu dienen, dessen Leitung Er mir angetragen hat.“

Es war also nicht der Zar, der sich vom Thron lossagte, es war Russland, das sich vom Zaren lossagte.

 

Die Verabschiedung bei den Truppen

 

General N. M. Tichmenjow hinterließ eine beeindruckende Beschreibung der Verabschiedung von Nikolai II. mit den Vertretern des Hauptquartiers, den Soldaten und Offizieren seiner Begleitmannschaft, die im Stabsgebäude vor der Abreise des Zaren aus Mogiljow stattfand.

„Genau um 11 Uhr erschien der Herrscher in der Tür… Auf (seiner) Brust hing nur das Georgiewski Kreuz, welches sich deutlich von dem dunklen Hintergrund der Uniform abhob. Die linke Hand hielt er in Höhe des Ehrendolches. Die rechte Hand ließ er baumeln und sie zitterte merklich…

Der Herrscher …begann seine Rede zu halten….Er sprach mit lauter und klarer Stimme, sehr bildreich, aber er war auch sehr aufgeregt, und machte zwischen den Satzteilen Pausen. Die rechte Hand zitterte die ganze Zeit über. „Heute sehe ich euch das letzte Mail“, sagte der Herrscher, „ so ist der Wille Gottes, und so habe ich es beschlossen.“

Weiter erinnerte er daran, dass sich alle aus Pflichtgefühle der Heimat gegenüber versammelt hätten und rief sie dazu auf, die Reihen zu schließen und den schrecklichen Feind zu besiegen, und der Übergangsregierung mit Glauben und Wahrheit zu dienen.

Der Herrscher endete….Noch nie herrschte eine so tiefe, vollständige Totenstille in dem Raum wo sich mehrere Hunderte Menschen versammelt hatten. Nachdem er sich vor uns verneigt hatte, drehte er sich um und begab sich zu jenem Ort, an dem Alexejew stand. Von dort begann der die Reihen der Teilnehmer abzuschreiten. Er gab den ältesten Generälen die Hand, verneigte sich vor den andren und sagte zu dem einen oder anderen einige Worte, und ging dann zu seinem Platz. Nachdem er noch einige Schritte von mir entfernt war, löste sich die Spannung im Saal, welche die ganze Zeit immer mehr zugenommen hatte.

Hinter dem Herrscher begann jemand zu schluchzen. Es reichte aus, dass einer begann und schon wurden auch die anderen Anwesenden von einem Schluchzen erfasst, die schon nicht mehr dazu in der Lage waren, an sich zu halten. Viele brachten auch einfach nur in Tränen aus und wischten diese ab… Der Herrscher schritt weiter die Reihen ab…Er ging zu den Offizieren seine Begleitmannschaft und gab aber niemandem die Hand, vielleicht weil der sich mit ihnen am Morgen schon einzeln getroffen hatte. Dafür begrüßte er alle Offiziere des Georgiewski Bataillons persönlich, die gerade von einer Expedition nach Petrograd zurückkamen. Die angespannten Schluchzen und die Aufschreie hörten nicht auf. Die Offiziere des Georgiewski Bataillons, die größtenteils schon mehrmals verwundet gewesen waren, hielten es nicht aus. Zwei von ihnen fielen in Ohnmacht. Am anderen Ende des Saales fiel einer aus seiner Begleitmannschaft um….“

Als der zurückgetretene Zar das Gebäude verließ und zu seinem Auto ging, fielen viele aus seiner Begleitung und Soldaten auf die Knie, und begannen alle in einem Atemzug zu weinen. Die Soldaten nahmen Abschied von ihrem Zaren.

Das war ein sichtbarer Augenblick der Vereinigung, der in der weltlichen Gesellschaft immer Thema sarkastischen Lachens war. Niemand der „Helden des Februar“ erkannte dessen Authentizität an. Auch viele Männer, die Ämter begleiteten, glaubten nicht an diese mystische Unio. Nachdem er Zeuge eines solch pathetischen Moments gewesen war, blieb General M. W. Alexejew wie angewurzelt an seinem Platz...

An diesem letzten Tag im Hauptquartier zeigten sich auf dem Gesicht des Zaren nicht selten Tränen. Am Abend schrieb er in sein Tagebuch: „Mein Herz ist fast zersprungen!“

 

Der letzte Gang

 

Nach dem Verzicht auf den Thron fand das Gegenteil von dem statt, wovon die Oppositionellen gesprochen hatten: es begannen Zersetzungserscheinungen im Volk, das sich den niedrigsten Leidenschaften hingab: und mit ungeheurer Geschwindigkeit jagte Russland dem Untergang entgegen. Es gab von diesem Thronverzicht keinen Nutzen, der irgendwie sichtbar geworden wäre. Der Zar war jener mystische Aspekt gewesen, der die Kräfte des Bösen zurückgehalten hatte; nun konnte schon nichts mehr dessen Erscheinen aufhalten.


Das Zarenpaar. 1917

Mit der Unterzeichnung des Thronverzichts begannen für die Zarenfamilie neue Prüfungen. Der Zar und seine Nächsten befanden sich unter Bewachung in Zarskoe Selo. Sie mussten nun Erniedrigung und Hohn von Seiten ihrer Umgebung erdulden. Am 31. Juli wurden sie aus ihrem Palast verbannt und nach Sibirien verschickt.

Am 6. August kam die Zarenfamilie auf dem Dampfer „Rus“ in Tobolsk an. „In der Seele leiden wir so um unsere teure Heimat, dass man es nicht erklären kann“, diese Worte der Zarin Alexandra Fjodorowna, die sie in einem persönlichen Brief fixiert hatte, zeigen den seelischen Zustand der gesamten Familie an. Doch die Mitglieder der Familie hielten sich tapfer, sie schmolz der Glaube an die Göttliche Vorsehung zusammen.

Im Frühjahr 1918 trennte man die Zarenfamilie. Aus Moskau kam ein bolschewistischer Kommissar, der dem Zaren erklärte, dass man ihn fortbringt. Alexandra Fjodorowna beschloss, ihren Mann zu begleiten; ihre moralischen Qualen steigerten sich ins Maßlose, denn sie musste sich dabei von dem kranken Zarewitsch trennen. Die Eltern begleitete auch die Zarentochter Marija. Für alle Familienmitglieder war diese Trennung eine seelische Folter.

Das Zarenehepaar wurde von dem Bolschewiki in Jekaterinburg festgehalten. Zu Beginn des Monats Mail verbrachte man auch die übrigen Mitglieder der Zarenfamilie hierher, gemeinsam mit einigen ergebenen Dienern. Man machte sich noch spitzfindiger über sie lustig; doch selbst einige der Bewacher verneigten sich im Inneren doch irgendwie vor ihrer christlichen Bescheidenheit und Demut.

Hier mussten die Märtyrer zweieinhalb Monate verleben. Es näherte sich die Zeit, wo die Vorhersagen des Mönchs Abel3, sich bewahrheiten sollten und von denen der Zar schon 1901 erfahren hatte.

Die Kommission der Übergangsregierung, die zum Auffinden von Fakten der „gegen das Volk gerichteten Aktivitäten des Zaren“ geschaffen wurde konnte nichts entdecken, was den Zaren kompromittiert hätte. Der Hauptuntersuchungsrichter W.M. Rudnjew beendete seinen Vortrag mit den Worten: „Der Imperator ist rein wie Kristall.“

* * *

Hätte der Zar Russland verlassen, und damit die eigene Familie und viele seiner hochgestellten Untergebenen retten können?

Auf diese Frage antwortete Nikolai II. selbst. Zu dem Vorschlag des Obersten A. A. Mordowinow, schnell das Land zu verlassen, sagte der Herrscher: „Nicht um alles in der Welt. Ich möchte Russland nicht verlassen, dazu liebe ich es zu stark. Im Ausland hätte ich es sehr schwer.“ Nach einigen Monaten, ungeachtet der Erniedrigungen und des Hohns, die er in der Verbannung erdulden musste, war er immer noch davon überzeugt, dass „zu solch schweren Zeiten nicht ein Russe Russland verlassen sollte.“

Als dem Imperator zu Ohren kam, dass nach den Bedingungen des Friedens von Brest-Litowsk die Deutschen fordern, dass ihnen die Zarenfamilie ganz und unverletzt übergeben würde, hielt er das, laut den Worten von P. Gilliar für eine Beleidigung und nicht für Hilfe. Und Alexandra Fjodorowna fügte halblaut hinzu: „Nach allem, was sie dem Zaren angetan haben, ziehe ich es vor, in Russland zu sterben und nicht von den Deutschen gerettet zu werden!“

Es schien, als würde die Zarin nur eines wollen, dem Kerker entfliehen und so weit wie möglich von Russland wegreisen, doch in ihren Briefen an Anna Wyrubowa schreibt sie ganz andere Gedanken: „Mein Gott, wie liebe ich mein Russland mit all seinen Unzulänglichkeiten! Es ist mir viel näher, und teuerer als alles andere, und ich bitte täglich Gott darum, dass er uns hier lassen soll und nicht weiter verbannt.“ „Wie froh bin ich, dass wir nicht im Ausland sind, sondern mit ihr (der Heimat -Anm. d. Verf.) alles durchleben. Wie man auch mit einem geliebten Menschen alles teilen möchte, und gemeinsam alles durchleben und mit Liebe und Unruhe sich um ihn sorgt, so ist es auch mit der Heimat“.

Auch die Kinder konnten sich ein Leben ohne Russland nicht vorstellen, und teilten mit ihrem Volk, sowohl Freud als auch Leid. Sie hatten nicht nur die lichte Seite des Lebens in den Zarengemächern kennen gelernt, sondern sie sahen auch Blut, Tränen, Leid, Tod, Ungerechtigkeit und menschliche Grausamkeit.

In den Kriegsjahren schrieb Alexandra Fjodorowna ihrem Mann: „Unsere Mädchen haben für ihre jungen Jahre schon schlimme Prüfungen durchgestanden, und ihre Seelen haben sich entwickelt… Sie haben all unsere seelischen Erregungen geteilt und das hat sie gelehrt, die Menschen mit offenen Augen zu betrachten, so dass dies ihnen im späteren Leben sehr hilfreich sein wird. Wir sind eins, und das ist leider sehr selten in der heutigen Zeit.“

Sie waren immer eines, auch als sie sich aufgrund von Staatsangelegenheiten und Kriegsgeschehen trennen mussten. Konnte sich denn Alexandra Fjodorowna von ihrem Mann und ihrer Heimat trennen, die sie so sehr liebte, und mit den Kindern ins Ausland reisen? Konnte der Herrscher sein Land verlassen? Er war der Kapitän, der das sinkende Schiff nicht verlassen konnte. Er blieb der Herrscher, der Vater seines Volkes, und er verließ seine große Familie nicht. Und die ihm nahe standen, blieben bis zum Schluss bei ihm.

„Vielleicht benötigt Russland ein Sühneopfer, damit es gerettet werden kann und wenn ich dieses Opfer sein soll, dann möge der Wille Gottes geschehen!“ sagte der Herrscher in jenen Tagen, als er sehr qualvoll darüber nachsann, ob er auf den Thron verzichten solle um des Wohles seines Volkes willen. Er opferte alles, was ihm teuer war, seine Familie und sein Leben.

Nikolai II. und die Zarenfamilie leerten den bitteren Kelch des irdischen Schicksals bis auf den Grund. Sie erlebten Unglücke, die man sich kaum vorstellen kann und Enttäuschungen auf der Erde, und selbst die schlimmsten Feinde hätten dem nichts hinzufügen können. Das Maß an Schrecken, den sie durchlitten, ist nach einfachem menschlichem Ermessen kaum vorstellbar.

 

 

 

 

Ihr müsst die gesamte Finsternis aus Russland mit der Stärke eurer Herzen, mit der Kraft eures Vorbildes hinausdrängen

Aufgestiegener Meister Nikolai
24. April 2005

 

ICH BIN Aufgestiegener Meister Nikolai. Ihr kennt mich. ICH BIN russischer Zar Nikolai der Zweite, Romanow, jetzt Aufgestiegener Meister Nikolai.

Ich bin von unserem heutigen Treffen sehr aufgeregt, auch von der Möglichkeit ihr anzusprechen, ihr alle, die in Russland wohnen und auf dem Territorium jener Länder, die früher Russland genannt wurden.

Ich spreche und die Tränen füllen meine Augen. Wie viel möchte ich sagen. Aber ich möchte das Wichtigste sagen, etwas, was ihr in diesem historischen Moment zu wissen braucht. Das, was euch nicht sichtbar ist, jedoch das, was wirklich auf dem feinstofflichen Plan über Russland geschieht.

Die Mengen der Himmelskräfte haben jetzt ihre schöpferischen Mühen über das Territorium dieses Landes konzentriert. Riesige Stärke ist im Himmel über Russland angesammelt.

Und wir sind zur Taten bereit. Alles ist fertig, die letzten Vorbereitungen sind vollendet. Die göttliche Möglichkeit, Gottes Absicht für Russland ist zur Präzipitation auf die physische Ebene fertig.

Oh, das ist ganz großartige Absicht! Und alles, was wir jetzt brauchen, ist eure Hilfe an der Präzipitation dieser Absicht auf die physische Ebene. Ihr wisst, dass, damit die Präzipitation der Gottes Absicht auf die physische Ebene erfolgte, sollen wir eine entsprechende Anzahl der uns treuen Individuen haben, die verkörpert und völlig dem Gottes Willen ergeben sind.

Wir verstehen, wie es für euch schwierig ist, so einen wütenden Druck seitens jenen Kräften auszuhalten, die ihr Ende vorahnen und deshalb offen handeln, keine kleinste Sorge gemacht, um seine sündhafte Taten mit dem geringsten Beleg der Ideologie oder jeder anderen Maskierung ihrer Unverschämtheit zu verheimlichen.

So benimmt sich ein todverwundeten Tier, der sein nahes Ende vorahnt und im wütenden Groll von seiner Kraftlosigkeit bereit ist, auf seinem Wege alles zu zerstören und wegzufegen.

Jene Kräfte, die in Russland momentan an die Macht sind, ähneln diesem todverwundeten Tier, und es scheint so zu sein, dass nichts sie aufhalten und zur Vernunft bringen kann.

Jedoch es gibt Gottesplan für dieses Land und dieser Plan wird verwirklicht. Eine Verzögerung von einigen Jahrzehnten oder sogar von einem Jahrhundert ist eine geringfügige historische Frist. Ihr kennt, dass ich und viele Mitglieder meiner Familie für diesen höhen Zweck Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts verkörpert wurden.

Aber der Tier wurde damals noch stark. Und er fand eine Unterstützung beim Volk Russlands, ausgenutzt die Unwissenheit der Menschen, die dieses Land bewohnten. Die Unwissenheit ist jener Mangel, durch welchen die boshaftesten Kräfte auf diesem Planeten handeln. Ein unwissender Mensch wird blindes Werkzeug in den Händen der Kräfte der Finsternis.

Wie es empfindlich für mich war, mich während meines Thronverzichtes und der nachfolgenden beschämenden Festnahme und des Haltens unter Haft meiner Kraftlosigkeit bewusst zu werden. Ich liebe Russland. Ich liebe Russland mit meinem ganzen Herzen, mit meinem ganzen Wesen. Und ich war bereit, mich und meine Familie zum Opfer zu bringen, um den Menschen dieses Landes bloß eine Möglichkeit zu geben, ihre Chance auf die lichte Zukunft zu bekommen.

Ihr wisst, dass ich mein Schicksal wusste, ich wusste von jenem Märtyrertod, der mir und meinen Kinder bevorstand. Und es waren viele Wege, eigenes Leben zu bewahren und ins Ausland zu fliehen. Ich habe sie alle abgelehnt.

Ich habe dieses Kreuz bewusst übernommen, diese Kreuzigung. Das schwierigste war, den Widerstand jenes Teiles von mir zu überwinden, welcher die Kinder mit jedem Preis zu retten versuchte. Doch ich habe mit meinen Kindern geopfert. Genauso wie Abraham bereit war, seinen Sohn zum Opfer zu bringen. Bis zum letzten Moment habe ich gehofft, dass der Herr die Hand des Schicksals wenn nicht von mir, dann von meinen Kinder ablenkt. Aber nein. Es geschah das Grausame.

Die heiligen Unschuldigen wurden dem Märtyrertod gestellt. Und dieser Moment diente als Signal für die boshaftesten Kräfte der Finsternis aus den Ecken herauszukriechen und sich zur Macht zu bestreben.

Die ganze Finsternis kam auf die Oberfläche. Alles, was früher versuchte den Anstand zu halten und sich in die Ecke zu verstecken, ist herausgekrochen. Das war Missstand des Bösen. Und dieser Missstand dauert immer noch. Und wenn sie sich früher hinter der ideologischen Maskierung versteckten, indem sie mit den Sorgen um die Bedürfnisse des Volkes vorgeschützt hatten, dann geben sie sich jetzt keine Mühen für eine Entschuldigung ihrer gesetzwidrigen Handlungen.

Es ist traurig alles zu beobachten, was in Russland passiert. Doch ihr wisst, wenn die Krankheit tief ins Innere getrieben wurde, schwächt sie den Organismus unmerkbar, bevor er völlig entkräftet und tot wird.

Im Russland wurde das geschehen, dass alle boshaften Kräfte, das ganze Böse, die ganze Krankheit herausgekommen sind. Und mehr als ein Jahrhundert fiebert es Russland. Doch ich glaube an die Mächtigkeit dieses Landes, ich glaube an das Volk dieses Landes und ich weiß; dass früher oder später die Krankheit gesiegt wird.

Vor dem, wenn Gott eine neue Möglichkeit für dieses Land gibt, muss das Land eine Katharsis, eine Reinigung, durchgehen. Nach der Reinigung soll eine Reue erfolgen und erst dann wird der Lichtweg für die Völker Russlands geöffnet.

Ich konnte widerstanden. Ich konnte meine Familie aufbewahren und wir alle könnten am Leben bleiben. Aber was für ein Sinn hätte mein Leben ohne Russland gehabt? Ich habe den Weg des Verzichtes auf den Kampf gewählt. Des Verzichtes auf Gewalt. Ich habe den Christus-Weg gewählt und erlaubt, mich und gesamte meine Familie zu kreuzigen.

Ich wurde zur Aufgestiegenen Meister, ich habe meinen Aufstieg gezielt. Aber meine Kinder, meine Töchter bleiben immer noch in Verkörperung. Zwei von ihnen wurden zu den Gesandten der Großen Weißen Bruderschaft. Eine – auf dem Territorium des Amerikas, die andere – auf dem Territorium des Russlands.

Und wenn mein Leben wiederholt würde, hätte ich wieder eine Kreuzigung für mich und für meine Familie gewählt.

Ihr wisst, dass Jesus mit seinem Märtyrertod das Karma der Menschheit übernommen hat. Er hat für die Sünden der Menschen gelitten. Alle Heiligen nahmen auf sich in allen Zeiten die Sünden der Menschheit, einen Teil des planetarischen Karmas, um den Last zu erleichtern, und damit die Menschheit sich ausstrecken und den Himmel anschauen konnte.

Jetzt seid ihr an der Reihe. Ihr alle, wer jetzt in Verkörperung ist, seid für die Zukunft Russland, für die Zukunft des ganzen Planeten verantwortlich. Denn Russland soll allen anderen Ländern einen Weg entsprechend dem Gottesplan zeigen.

Ich beschreibe euch die Situation, in welcher ihr euch befindet, so, wie sie mir von meinem aufgestiegenen Bewusstseinszustand gesehen ist.

Und ich sehe, dass es noch nicht lange zu warten geblieben ist. Gerade jetzt, wie es noch nie früher war, werden von euch alle eure Bemühungen benötigt.

Alles ist in Russland durcheinander geraten. Die Weizen sind mit dem Unkraut vermischt. Ob es alles ins Durcheinander speziell verwandelt wurde. Riesiger Tier hat alles auf seinem Weg durcheinander gemacht und setzt es fort zu zerstören.

Jedoch, alles wurde jetzt geoffenbart, und ihr habt die Möglichkeit nach den Früchten zu beurteilen.

Ihr seht jetzt, wer was ist.

Aber, ich bitte euch, lasst den Kampf beiseite. Folgt auf jenem Wege, welchen Jesus gewiesen hat, auf jenem Wege, den ich in meiner letzten Verkörperung gewählt habe. Eure Aufgabe ist, sich von der Gewalt loszusagen.

Ihr müsst die gesamte Finsternis aus Russland mit der Stärke eurer Herzen, mit der Kraft eures Vorbildes hinausdrängen.

Jeder von euch muss sich in einen gigantischen Generator von Güte und Liebe verwandeln. Und dort, wo ihr seid, bleibt kein Platz mehr für die Finsternis.

Lasst sie aus Russland wegfliehen. Lasst sie das Zusammengeraubte mitnehmen und weggehen. Gott lässt Russland im Stich nie, selbst wenn nur ein Heiliger in Verkörperung ist.

Und jetzt wird die beispiellose Anzahl der Heiligen verkörpert.

Denkt nach, dass, selbst wenn ihr eine sichtbare Niederlage auf der physischen Ebene erleidet, erringet ihr die enormen Siege auf der feinstofflichen Ebene.

Ihr seid unsterblich. Und geopfert euren physischen Körper, bestätigt ihr bloß das Leben. Ihr bestätigt die Prinzipien der Güte und des Lichtes auf diesem Planet.

Vermehret das Licht! Übt die Güte aus!

Ihr werdet verfolgt. Ihr werdet mit dem Elend erniedrigt.

Ich fliehe euch an, dies alles zu ertragen. Wie ihr das im Laufe der ganzen Geschichte dieses Landes ertragen habt.

Es ist nicht lange geblieben, Geliebte. Geduldet euch.

Die Zeit ist geändert und was eure Augen nicht sehen können, sehe ich von meinem aufgestiegenen Bewusstseinszustand.

Und ich sage euch, Russland ist ein großes Land. Und seine Mächtigkeit ist momentan auf dem feinen Plane konzentriert.

Aber ihr wisst, dass Gottesplan, Gottesabsicht wird durchgeführt, ungeachtet jeglichen Widerstand der Kräfte der Finsternis.

Solange der verwundeten Tier nicht getobt wäre, das Ende ist vorausbestimmt.

Es ist nicht lange zu warten. Geduldet euch, Geliebte.

Ich helfe euch. Ich leiste ganze Hilfe, welche mir erlaubt worden wird. Bittet mich um die Hilfe in euren Gebeten.

Und mögen sich eure Herzen mit Freude vom Vorgefühl des baldigen Sieges füllen!

ICH BIN Meister Nikolai
und weile mit jedem Lichtträger Russlands.


 

 

 



[1] Dieser Artikel ist ein Kapitel aus dem Buch „Der Zar Nikolai II. Die Zarenfamilie“. Die Autoren – T.N. Mickushina, O.A. Iwanowa, E.Ju. Iljina. Das Kapitel wird abgekürzt dargelegt.

[2] Der Heilige Märtyrer, (ca. 2000-1500 vor Christi). Über ihn spricht die Heilige Schrift im „Buch Hiob“. Mit seinem gesamten Wesen war Hiob Gott ergeben. Sein Name wurde inzwischen in der Sprache zu einem Synonym der Geduld und der großen Prüfungen.

[3] Der hellsichtige Mönch Abel machte dem Zaren Pawel I. Vorhersagen in Bezug auf die „Schicksale der Russischen Zarenmacht“, und zwar bis hin zu seinem Urenkel, Nikolai II. Darüber kann man sich ausführlicher informieren in: Das Gesegnete Russland. Weissagungen für Russland. (Autor und Herausgeber: T. N. Mickushina. W. I. Poljan, E. Ju. Iljina. 2. Ausgabe. Omsk „Verlagshaus SiriuS“, 2012, S. 232).